Therapie

Um Kontakte aufzubauen, ist eine Stimulation aller Sinne Grundvoraussetzung. Das heißt im Einzelnen, dass eine Patientin oder ein Patient in alle Verrichtungen mit einbezogen werden muss (z. B. Führen der Hand, um die Körperwahrnehmung zu fördern) und dass die Grundpflege unter völlig anderen Voraussetzungen zu geschehen hat, als dies bei anderen Krankheitsbildern der Fall ist. Neben der basalen Stimulation im Rahmen der Grundpflege müssen alle weiteren Aspekte der basalen Stimulation mit einfließen, um für den Komapatienten eine Rückkehr ins Leben zu ermöglichen und zu fördern.

Hochqualifiziertes und erfahrenes Pflegepersonal ist für diesen Personenkreis dringend notwendig. Der Zeitaufwand und das intensivmedizinische Fachwissen sind größer als bei normalpflegebedürftigen Menschen.

Wichtige Voraussetzungen für die individuelle und ganzheitliche Pflege sind: 

  • eine gute Biographiearbeit
  • individuelle Pflegeplanung
  • Pflegedokumentation
  • Grund- und Behandlungspflegestandards (speziell für die Bewohner vom Team entwickelt)
  • gute Einarbeitung der Mitarbeiter und Mitarbeitermotivation (Schulung und Fortbildung)
  • Physio- Ergo- und Logopädie

Eine tägliche sinnvolle Bereicherung für Patienten im Wachkoma sind 

  • basale Stimulation
  • Mobilisierung
  • Snoezelen
  • passives Durchbewegen 
  • Licht-Ton-Aroma
  • Musiktherapie
Die tägliche Mobilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner ist ein Baustein des Pflegekonzepts.

Die tägliche Mobilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner ist ein Baustein des Pflegekonzepts. Probleme machte in der Vergangenheit das Lagern der Patienten. Verspannungen und Spastiken, Unruhezustände u. Ä. waren nicht zu verhindern. Eine Mitarbeiterin stieß bei der Ausbildung zum Fachexperten für Pflege im Wachkoma auf das Konzept der „LiN- Lagerung in Neutralstellung.“

Nachdem zwei Mitarbeiterinnen in Essen den Grundkurs und den Aufbaukurs in Burgau für die „LiN – Lagerung“ absolviert hatten, wurde „LiN“ sehr erfolgreich in Obernzell eingeführt. Mehr Informationen dazu gibt die Einrichtungsleitung unter Telefon 08591/21-0

Die „Lagerung in Neutralstellung (LiN)“ wurde für schwer betroffene Menschen in den Fachbereichen der Neurologie, Inneren Medizin, Geriatrie, Palliativ- und Intensivmedizin entwickelt. Hier werden die Körperabschnitte so weit wie möglich senkrecht und waagerecht zueinander positioniert. Dies entspricht häufig der Neutralstellung. Mit den Techniken „Stopfen“ und „Modellieren“ werden die Körperabschnitte durch Decken und Kissen gegen die Schwerkraft stabilisiert. Das heißt, der Körper passt sich nicht der Unterlage an, sondern die Unterlage wird an den Körper angepasst. Pflegerisch gesehen bewirkt „LiN“ eine gute Dekubitusprophylaxe. Aus therapeutischen Gründen wird die Verkürzung und Überdehnung von Muskulatur vermieden. So hat „LiN“ auch Einfluss auf therapeutische Ziele. Gegenüber konventioneller Lagerung zeigt sich bei schwer betroffenen Patienten, nach dem Anwenden dieser Technik, eine größere Beweglichkeit.

TGE - gTrägergesellschaft mbH für die Einrichtungen der Schwestern vom Göttlichen Erlöser  (Niederbronner Schwestern) X

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